Kurzfristige Symptome

Wird der Körper mit einer Gefahrensituation konfrontiert, so mobilisiert er alle Kräfte um sich zu verteidigen oder zu flüchten. Da der Organismus auf körperliche Verteidigung eingestellt ist, werden die Muskeln mit Energie versorgt, um kräftiger, koordinierter und schneller reagieren zu können und das Gehirn, um passende Lösungsstrategien zu finden.

Zur Herstellung dieser Energie sind mehrere Dinge notwendig: Der Körper braucht mehr Sauerstoff zur Energieproduktion, dies löst eine tiefere Atmung aus. Fett- und Zuckerreserven aus Leber und Fettanlagerungen stellen Energielieferanten dar.Das Herz pumpt schneller, um das Blut (mit Sauerstoff und Energie) besser und rascher zu Muskeln und Gehirn zu transportieren.
 
Die vermehrte Energieherstellung produziert Wärme, welche über die Haut abgegeben werden muss, demgemäß lässt sich in Stresssituationen eine gesteigerte Schweißproduktion konstatieren. Die feuchte Haut erfüllt jedoch zusätzlich noch einen anderen Zweck: Wenn ein Angreifer versucht zuzupacken, gleitet er schnell wieder ab und man hat die Möglichkeit zu fliehen.
 
Während Gehirn und Muskeln übermäßig mit Sauerstoff und Energie versorgt werden, wird die Funktion anderer Organe wie z.B. die des Verdauungssystems verlangsamt. Die afferenten Arterien verengen sich, wodurch weniger Blut (Sauerstoff und Energie) zu den Organen transportiert wird.
Der Verdauungsakt beginnt üblicherweise im Mund, indem der Nahrung Flüssigkeit beigefügt wird. Da dieser Prozess unter Stress gemindert wird, kommt es zu einer Austrocknung des Mundraumes.
 
Um dem Angreifer vorbereitet entgegentreten zu können, erweitern sich die Pupillen, der Blick konzentriert sich auf das vor ihm Liegende. Die Schmerzempfindlichkeit wird kurzfristig vermindert, die Hämostase (Blutgerinnungsfähigkeit) steigt, um im Falle einer Verletzung starkem Schmerz zu entgehen und nicht zu viel Blut zu verlieren.
 
Der Körper ist also darauf vorbereitet, den Stressor mit Muskelkraft zu bekämpfen. In heutigen Stressreaktionen wird die hergestellte Energie aber meist nicht verbraucht und der Körper in einem Zustand der Dauererregung gehalten.