Cannon, W.: „Fight-or-flight-Response” (1932)

Der Physiologe Walter Cannon beschreibt mit seiner Theorie „Fight-or–flight“ den körperlichen Vorgang einer Stressreaktion.

Der älteste Teil unseres Gehirns – das Stammhirn- reagiert reflexartig auf alles unerwartet  eintreffend Innovative. In Sekundenschnelle wird in diesem Gehirnsektor die Gefährlichkeit einer Situation eingeschätzt und die Entscheidung zu einer der alternativen Reaktionsmöglichkeiten („Kämpfen oder Fliehen“) getroffen. Hierher rührt ebenso das reflexartige Wegziehen unserer Hand, wenn wir mit etwas Heißem in Berührung treten.

Cannon zufolge ruft ein Stressor eine defensive Aggression bzw. einen Fluchtmechanismus hervor. Dies beruht auf der Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin sowie der Sympathikuswirkung. Dazu gehören u.a. eine Erhöhung der Durchblutung, eine gesteigerte Herzaktivität und eine Blockierung des Magen-Darm-Traktes.

Dies soll veranschaulichen, dass der menschliche Organismus unter Stress in Höchstform arbeitet. Die Bewältigung des stresserzeugenden Stimulus durch Kampf oder Flucht stellte sich in der Zeit der „Jäger und Sammler“ als äußerst sinnvoll und überlebensnotwendig dar: Die Individuen mussten beim Anblick eines Raubtieres in kürzester Zeit kampf- oder fluchtbereit sein.
Heutzutage äußern sich die körperlichen Reaktionen immer noch auf dieselbe Weise: Bei Stress wird die gesamte Energie für die Muskelkraft mobilisiert. Für Menschen, welche sich in militärischen Kriegsgebieten oder in feindlich natürlicher Umgebung aufhalten, erweist sich dieser Automatismus als überlebensnotwendig. Doch da sich die meisten unserer heutigen, modernen Probleme nicht wie einst lösen lassen, tritt eine Problematik auf: Ein Überhang an angestauter Energie im Körper entsteht.