McGrath, J.E.: „Imbalance-Modell” (1970)

“Imbalance” heißt übersetzt "Ungleichgewicht" und beschreibt damit die Kernaussage des Modells von McGrath. Viele Wissenschaftler haben sich mit der Störung der Homöostase beschäftigt, McGrath geht jedoch darüber hinaus und definiert "Stress" als

die wesentliche Nichtübereinstimmung zwischen den Umweltanforderungen und den individuellen Reaktionsmöglichkeiten [21]<

"Anforderungen" implizieren in diesem Zusammenhang nicht nur äußere Einflüsse , sondern ebenfalls Wünsche und Bedürfnisse der betreffenden Person. Stress kann demgemäß stets als eine Störung des Zusammenspiels von Zielen, deren Realisierung und den Bedingungen, welche die Realisierung beeinflussen, gesehen werden.
Mit dem „Imbalance-Modell“ wurde also nun ein dritter Einflussfaktor hinzugezogen: Die  momentanen Bedingungen. Diese können sich in der Stimmung, dem körperlichen Befinden, der verfügbaren Zeit und auch der Persönlichkeit der Person ausdrücken.
Das Fundament und die beitragend ausschlaggebende Stressgröße, laut dieser Theorie, ist somit die subjektive Einschätzung der prognostizierten Vor- und Nachteile.
Neben situativen Auswirkungen spielen bezüglich der Bewertung ebenfalls die Sozialpartner eine bedeutende Rolle.

Basierend auf Studien im Sportbereich kam es zu einer Modifikation des Stressmodells nach Mc Grath.
Untersuchungen ergaben, dass es bei konstanter Erregung  (Arousal) zu einer Verminderung der Güte bei zunehmendem Schwierigkeitsgrad kommt.
Ansteigende Erregungszustände in Kombination mit konstanter Schwierigkeit führen zu einer Leistungsverbesserung. Scheint der Ausgang eines Spiels vorhersehbar zu sein oder stehen irrelevante Konsequenzen in Aussicht sinkt die Erregung der Probanden. Reziprok dazu steigt das Erregungslevel bei relevanten Konsequenzen oder unsicherem Spielende.

Daraus resultierend ließen sich sechs Stressoren ableiten:
Aufgabe, Rolle, Handlungsrahmen, Person, physikalisches und soziales Umfeld.

Das Fazit fällt folgendermaßen aus:
Man darf  Stressor und Reaktion nicht gesondert, sondern als Interdependenzsystem betrachten.